Derzeit machen wir einen etwas außergewöhnlichen Housesit in Nicoya-Guanacaste. Normalerweise passt man in Abwesenheit der Hausherren auf deren Haus und Tiere auf. Hier sind Sie allerdings die meiste Zeit ebenfalls anwesend. Kris und Julia retten misshandelte oder ausgesetzte Hunde und Katzen, sowie Hühner, Enten und ein paar Vögel. Es gibt hier 18 Hunde, alle weiblich und mehr oder weniger mittelgroß, die wir so nach und nach vorstellen werden. Dazu 7 Katzen und 6 oder 7 Vögel, die haben wir noch nicht so genau gesehen. Das ist natürlich sehr viel Arbeit (18 Hunde füttern ist sehr interessant) und man kann die Tiere nicht lange alleine lassen. Daher passen wir tagsüber auf, wenn die beiden Termine haben oder Besorgungen erledigen, zum Arzt müssen oder Freunde treffen möchten. Hier ein Link zu Ihrer Facebook Seite Finca Los Brazos.

Wir haben uns mittlerweile recht gut eingelebt. Das Wetter macht uns allerdings zu schaffen. Es ist nicht die Temperatur, sondern die hohe Luftfeuchtigkeit. Bei 27-34 Grad ist die Luftfeuchte hier eigentlich immer über 90%. Das haben wir etwas unterschätzt, den Jetlag haben wir aber so langsam überwunden. Der Zeitunterschied beträgt -8 Stunden. Es fängt um ca. 17 Uhr an dunkel zu werden, und das geht dann auch wirklich sehr schnell, bis man die Hand vor Augen nicht mehr sehen kann. Gleichzeitig wird es sehr laut, denn nun fangen die Grillen und Zikaden mit ihren Liedern an. Geckos machen auch witzige Geräusche. Man muss sich auf jeden Fall daran gewöhnen und wir sind die ersten Nächte oft wach geworden. Einmal ist der Nachbarshund oben auf die Plattform geklettert und über uns rum gelaufen, wir wären vor Schreck fast aus dem Bett gefallen. 😀 Da wir uns in der Regenzeit befinden, muss man immer mit Regen und Gewittern rechnen. Es kann dann über Stunden mehr oder weniger stark regnen und immer wieder blitzen und donnern, mit krasser Intensität und Lautstärke. Manchmal ist es aber auch schon nach wenigen Minuten vorbei. Von Dezember bis Mai regnet es hier dafür überhaupt gar nicht. Es wird wärmer und die Luftfeuchtigkeit verschwindet. Die Pflanzen beginnen sich zu verfärben und dann beginnt die neue Regenzeit Ende Mai und ein paar Tage später ist wieder alles schön grün hier.

Die beiden leben zusammen mit den Tieren und wir ca. 2 Minuten abseits in einem Gebäude aus Schiffscontainern. Es gibt einen rechts und einen links, mit einer Art Scheune in der Mitte. Darüber wurde ein Boden auf einer Trägerkonstruktion verlegt der nochmals überdacht wurde. So kann man von der oberen Etage den Wald beobachten. Nächste Woche soll ein Elektriker kommen, der außen Scheinwerfer anbringt, so das man auch nachts die Umgebung beobachten kann. Wir sind sehr gespannt. Es wird immer wieder etwas erweitert, oder verbessert. Am Anfang gab es hier nichts außer Farmland und einem kleinen Trampelpfad. Alles andere haben die beiden nach und nach gebaut oder bauen lassen. Man lebt hier umgeben von Regenwald, direkt über unserem Container klettern Brüllaffen. Sehr cool! Allerdings hat so ein Dschungel natürlich auch allerhand Kleinvieh, von Spinnen über Motten, Gottesanbeterinnen, Skorpionen und Kakerlaken ist hier alles dabei. Nicht zu vergessen die Moskitos. Obwohl wir Antimückenspray benutzen, sind wir ganz schön zerstochen, dass sorgt für schlaflose Stunden. 🙁 Wir haben von den beiden Lavendelöl bekommen und werden testen, ob es hilft.

Kris und Julia sind sehr nett, hilfsbereit und großzügig, außerdem haben Sie ein großes Herz für Tiere.