Nachdem wir durch Straßenschilder auf eine Kaffeetour aufmerksam wurden, haben wir unsere Gastgeber darauf angesprochen. Die beiden kannten die Tour noch nicht, haben uns jedoch angeboten, uns dort abzuliefern und wieder einzusammeln. Das war sehr nett! 🙂

Am Mittwoch ging es dann nach Hojancha zu Café Dirià, was circa 10-15 Minuten von uns entfernt liegt. Es handelt sich dabei um eine Kooperation von 184 Kaffeebauern aus den Regionen Hojancha, Nicoya und Santa Cruz, deren Bohnen dort weiterverarbeitet werden. Wir sind gegen 11 dort angekommen und nach einer leckeren Tasse Kaffee, ging es dann auch schon los. Da wir uns in der Nebensaison befinden und der Oktober der Monat mit dem meisten Regen ist, fand die Führung nur für uns beide statt.

Generelles zur Kaffeepflanze

Zunächst hat der Guide uns Pflanzen verschiedenen Alters gezeigt. Über einen Monat alt, zwei, drei, vier und sechs, bis hin zu zwei Jahren alten Pflanzen. Die Bohnen werden immer paarweise in einem Anzuchtsack ausgesät. Dadurch werden die Pflanzen gezwungen miteinander um Wasser und Nährstoffe zu konkurrieren. Das Resultat sind mehr Wurzeln und dichteres Wachstum, in der Folge also mehr Ertrag. Im Vergleich sieht man rechts einen Sack, in dem nur eine Pflanze wächst, diese „spargelt“. Links auf dem Boden sieht man eine zwei Jahre alte. Danach sieht man Beeren, oder auch Kirschen genannt, in verschiedenen Reifestadien. Erst wenn die Beeren rot sind, kann daraus guter Kaffee entstehen. In der Regel sind in jeder Beere zwei Bohnen. Und zu guter letzt sieht man verschiedene Verarbeitungsgrade der Bohnen. Unten sind sie geschält, rechts getrocknet, oben geröstet und links schließlich gemahlen. Es handelt sich übrigens ausschließlich um Arabica. In Costa Rica ist es nicht erlaubt Robusto anzubauen.

Kaffeepflanzen brauchen eine perfekte Mischung aus Sonne und Schatten. Werden sie der Sonne zu sehr ausgesetzt, vertrocknen sie und gehen ein. Stehen Sie zu sehr im Schatten, tragen sie keine Früchte. Oft werden Sie zwischen Obstbäumen angepflanzt, wie zum Beispiel Bananen, Papaya, Mango oder Avocado. Diese tragen übrigens auch zum Einkommen der Bauern bei, denn Kaffee trägt nur einmal im Jahr Früchte.

Dabei macht sich leider auch hier mittlerweile der Klimawandel bemerkbar. Normalerweise regnet es in dieser Region ab Ende November bis ca. Mai überhaupt nicht. In den letzten Jahren kommt es aber hin und wieder vor, dass es bereits im Februar oder März kurz regnet. Die Pflanzen „denken“ die Regenzeit beginnt und es sprießen Blüten. Da es dann aber für mehrere Wochen nicht mehr regnet, vertrocknen diese und es gibt keine, bzw. wesentlich weniger Beeren.

Kaffeepflanzen brauchen hier zwei Jahre, bis sie Früchte tragen. Die besten Jahre sind Jahr fünf und sechs. In dieser Zeit liefern sie ca. 1 Pfund Bohnen pro Pflanze. Danach wird der Ertrag wieder weniger. Daher wird nach 7 Jahren über dem Boden abgeschnitten. Aus dem Stamm sprießt ein neuer Trieb und der Kreislauf beginnt erneut. Insgesamt bis zu dreimal. Nach 25 Jahren, bzw. drei Zyklen gibt es keine weiteren Früchte mehr. Das ist sicherlich nicht überall so, aber zumindest in dieser Region wird so angebaut.

Wie es weiter ging, erfahrt ihr Mitte der Woche im nächsten Beitrag.