Für alle die neu dazu kommen, hier nochmal der Link zum ersten Teil. 🙂

Die Früchte der Kaffeepflanze, die auch als Kirschen oder Beeren bezeichnet werden, reifen ca. 8-10 Monate nach der Blühte. Die Bauern und ihre Familien und hunderte Erntehelfer pflücken die Beeren in Körben, die man mit einem Gurt um die Hüfte schnallen kann. 12 Kilogramm fassen die Körbe und der geübte Picker braucht ca. 20 Minuten um ihn zu füllen. Gezahlt wird pro Korb und zwar umgerechnet etwa 2 Dollar. Wir waren erst etwas schockiert, aber 6 Dollar sind hier ein guter Stundenlohn.

Erste Schritte der Verarbeitung – Schälen und Sortieren

Danach kommen die Beeren nach Hojancha zur Weiterverarbeitung. Zunächst werden sie in einen großen Wassertank gegeben. Schlechte Beeren schwimmen oben und können so einfach abgeschöpft werden. Im nächsten Schritt wird die Schale entfernt und die Bohnen durch ein Wasserbad in verschiedene Qualitätsstufen sortiert und zur Fermentation gelagert. Außerdem wird dabei das etwas süßliche Fruchtfleisch abgewaschen. Normalerweise befinden sich in jeder Beere zwei Samen bzw. Bohnen.

Erste Qualität sind die größten Bohnen und zweite Qualität sind die etwas Kleineren. Diese werden in einen anderen Tank geleitet und werden zur Aromaherstellung und für Blends verschiedener Kaffees benutzt. Jetzt kommt die Überraschung: Die dritte Qualität ist eigentlich die beste. Die Bohnen sind klein und etwas unförmig – Aroma und Geschmack sind hier jedoch konzentrierter und am besten. Diese werden vor Ort gemahlen, geröstet und in Costa Rica zum Verkauf angeboten. Die erste Qualität geht komplett in die USA und Kanada, wo mehr Wert auf aussehen und größe gelegt wird.

Die nächsten Schritte: Trocknung, Entfernung der Haut und Rösten

Erste und dritte Qualität werden in einer Maschine für ca. 48 Stunden getrocknet. Die zweite wird draußen ausgebreitet und trocknet fünf Tage in der Sonne, bevor sie weiterverkauft wird.

Im nächsten Schritt kommen die Bohnen aus dem Ofen und werden nochmals ca. zwei Monate in einem Silo gereift, bevor die Haut entfernt wird. Danach wird nochmals gesiebt und erste und dritte Qualität voneinander getrennt. Die erste Qualität geht komplett in den Export. Daher werden die Bohnen ungeröstet (grün) in Säcke zu je 69 kg verpackt. Geröstet wird dann erst dort, wo der Kaffee in den Handel kommt. Ansonsten würden Aroma und Geschmack leiden. Die Säcke werden später per Hand in Container geladen. Eine ganze schöne Knochenarbeit.

Beim Rösten gibt es drei Stufen: light, medium und dark. Beim dark roast sind Aroma und Geschmack am intensivsten, der Koffeingehalt ist dafür aber am geringsten. Grund dafür ist die lange Hitzeeinwirkung. Leichtgerösteter Kaffee enthält somit am meisten Koffein. Der Kaffee wird dann vor Ort verkauft, gemahlen und als ganze Bohne. Außerdem gibt es einige handgefertigte Dinge in dem kleinen Laden.

Bei der gesamten Verarbeitung wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Das Wasser wird in kleinen Teichen natürlich aufbereitet und wiederverwendet. Die Schalen werden mit Würmern zu guter Erde kompostiert und die Haut, die vor dem letzten Sieben entfernt wird, wird zusammen mit Holz zur Trocknung der Bohnen im Ofen verwendet.

Black Honey

Zusätzlich zum normalen Kaffee wird hier auch eine besondere Spezialität hergestellt. Sogenannter Black Honey. Dieser Kaffee wird ohne Maschinen verarbeitet. Die Beeren werden von Hand geöffnet und die Schale so entfernt, dass ein Teil des süßen Fruchtfleisches haften bleibt. Die Bohnen werden dann für zehn Tage in der Sonne getrocknet. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass es nicht zu schnell und nicht zu langsam passiert. Die Bohnen werden dazu immer wieder etwas abgedeckt. Erfolgt die Trocknung zu schnell, geht der süßliche Geschmack des Fruchtfleisches nicht in die Bohne über. Dauert es zu lange, könnte sich Schimmel bilden. Dieser Kaffee wird nach Japan exportiert. Unser sehr freundlicher und lustiger Guide, hat uns eine große Tüte Black Honey Bohnen geschenkt. 🙂

IMG 9020 e1571602339920 768x1024 - Kaffeetour in Costa Rica Part II - Die Verarbeitung
Black Honey Bohnen

Fazit

Die Tour war sehr interessant und informativ. Unser Guide war super, hat uns mit eingebunden und wir haben viel gelernt. Wir können nur jedem der die Chance hat empfehlen, auch mal eine solche Tour zu machen. Außerdem bringt man danach seinem Kaffee größere Wertschätzung entgegen. 😀

Hier findet Ihr den Standort der Diriá Kaffeetour in Costa Rica – Hojancha.