Unser erstes Housesitting – Taunton England 06.04. – 26.04.2019

Ankunft und Kennenlernen

Hier berichten wir euch nun von unserem allerersten Housesitting. Viel Spaß! 🙂

Nach einer ca. zweistündigen, wunderschönen Zugfahrt durchs Grüne kamen wir dann in Taunton an, der Housesit war allerdings in Creek St. Michael.

Am Bahnhof haben Ian und Angela bereits auf uns gewartet und uns herzlich in Empfang genommen. Wir haben uns bei den beiden von Anfang an wohlgefühlt und die Anspannung war schnell verflogen. Nach einer kurzen Autofahrt haben wir dann zum ersten Mal die Hunde und die acht Hühner kennengelernt und die beiden haben sogar für uns gekocht. 🙂

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Hühner

Ian hat für ins detaillierte Karten der Umgebung ausgedruckt und uns darauf Wanderwege eingezeichnet. Sehr nett! Überhaupt waren die beiden sehr nett und aufmerksam. Bevor sie zu ihrem Städtetrip aufgebrochen sind, haben wir noch einen schönen Tag zusammen verbracht. Sind mit den Hunden spazieren gegangen, haben viel geredet und abends Spiele gespielt. Wir haben auch heute noch Kontakt. 🙂

Wir hatten unfassbares Glück mit dem Wetter, denn obwohl erst Anfang April, haben wir viele Tage in T-Shirt und kurzer Hose verbringen können. Es hat nur selten geregnet. Umso erfreulicher, dass wir die Fahrräder der beiden nutzen durften. Außerdem haben sie eine gute Tischtennisplatte, diese haben wir ebenfalls mehr Mals genutzt.

Archie und Billy waren von Anfang an sehr zutraulich, der kleine Ted ist eine Nummer für sich. 😀

Meet Ted

Ted ist schon sehr alt, und er hört und sieht fast nichts mehr. Er kann auch nicht mehr so lange spazieren und eigentlich konnte man ihn meistens nur mit Leckerchen rauslocken. Wenn’s um’s fressen geht, ist er immer noch sehr einfach zu begeistern und dafür läuft er dann auch ein Stück mit. 🙂

Er möchte nur selten gestreichelt werden, manchmal schnappt er sogar ein bisschen. Da seine Sinne schwinden, erschreckt er sich auch relativ oft, da muss man ein bisschen aufpassen. Die meiste Zeit des Tages patrouilliert er durch die Räume, um zu schauen ob irgendwo etwas zu essen runter gefallen ist, oder liegt oben unter dem Bett und schläft.

Meet Billy

Billy ist noch sehr jung, verspielt, etwas stur und da er ein Whippet ist und in ihm auch ein Windhund steckt, unfassbar schnell. Außerdem braucht er sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit. Er möchte immer bei seinen Leuten sein und muss beim Spazieren gehen immer die Nase vorn haben. Ansonsten wird er unruhig. 😀

Sobald man ihn von der Leine lässt, geht er ab wie eine Rakete. Er spielt auch gerne fangen mit anderen Hunden, die meisten haben dabei aber keine Chance. Wir haben beim Spazieren gehen viele Hunde getroffen, die Gegend läd auch einfach dazu ein. Es ist sehr ruhig und grün, und es gibt eine riesige Wiese, wo man die Hunde von der Leine lassen kann. Es gibt dort mehrere Damen die einen Gassi-Service anbieten. Sie sammeln die Hunde morgens ein und gehen dann zweimal am Tag mit ihnen Gassi, bis Ihre Herrchen oder Frauchen wieder von der Arbeit zurück sind.

Meet Archie

Archie ist ein sehr ruhiger und ausgeglichener Hund. Auch schon etwas älter, verbringt er viel Zeit mit chillen. Er rennt aber trotzdem gerne draußen herum und spielt mit Billy. Wenn es ihm zu viel wird, dann macht er das deutlich, denn Billy ist unersättlich wenn es ums Laufen und Raufen geht. Beim Spazieren gehen bleibt er gerne bei seinen Leuten, selten rennt er auch mal los.

Die Umgebung

Das Grundstück der beiden liegt abgelegen und am Ende einer Straße (das wird später noch interessant 😀 ) und man hat nur einen Nachbarn. Außerdem ist das Grundstück sehr groß und lang. Manchmal sind wir nur einmal am Tag eine große Runde mit den beiden gegangen und dafür mehrmals noch bis ans Ende des Grundstückes. Weiter hinten ist viel Platz zum Rennen, Ballspielen und Austoben. Ganz am Ende befindet sich ein ehemaliger Bunker. Während des Zweiten Weltkrieges befürchteten die Engländer eine Invasion der Deutschen. Es gab hier eine Verteidigungslinie, dementsprechend steht alle 250 m ein solcher Bunker. Früher waren sie meistens als Hühnerstall oder Schuppen getarnt, darin waren jedoch Waffen und Munition, um schnell reagieren zu können. Heute nutzen die beiden ihn wie einen Keller.

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Bunker am Ende des Grundstückes

Direkt vorm Eingangstor steht man schon am Kanal, und der Weg daran entlang nennt sich Towpath. Man kann dort wunderbar spazieren gehen und Fahrrad fahren. Nach ca. 25 Minuten erreicht man dann einen Lidl, dort waren wir öfter mal zum Einkaufen. Gute Auswahl und wesentlich günstiger als London. Außerdem gibt es dort einige sehr coole „Steine“ auf dem Weg. Es handelt sich dabei um den Somerset Space Walk, ein maßstabgetreues Modell der Planeten und der Sonne im Maßstab 1:530,000,000. Los geht es mit der Sonne. Diese steht an einer kleinen Schleuse und dort findet man auch die Erklärung zu den anderen Steinen und ein Café. Man kann von dort in beide Richtungen gehen, es gibt zwei Sätze der Planetensteine. Um zu Pluto gelangen, muss man fast 12 km zurücklegen und findet ihn beim Theater in Taunton, und dazwischen entsprechend proportional zu ihren tatsächlichen Abständen, alle anderen Planeten. Sehr cool! Vor allem mit den Kugeln, die die Planetengröße in Relation darstellen. In die andere Richtung muss man bis nach Bridgewater um Pluto zu finden.

Wir waren mehrmals mit dem Rad in Taunton, eine kleine Stadt mit ungefähr 60.000 Einwohnern und einem schönen Zentrum. Außerhalb lohnt sich eher nicht so. Die Fahrt dorthin dauert am Kanal entlang ca. 40 Minuten. Wir waren auf einem kleinen Markt, wo wir leckere Cookies gekauft haben und in dessen Nähe sich das Somerset Museum befindet. Der Eintritt ist kostenlos und man erfährt dort vieles über die Geschichte von Taunton und Somerset. Nach den vielen Eindrücken des Museums haben wir noch den Vivary Park besucht. Ein netter Park mit vielen Blumen und schönen Wegen. Außerdem kann man dort Minigolf spielen und es gibt einen Kletterpark.

Fazit

Wir haben sehr schöne Tage in Creek St. Michael und Taunton verbracht. Es war ruhig und idyllisch und es hat uns dort sehr gut gefallen. In den ersten zwei bis drei Tagen war es noch etwas komisch und ungewohnt, aber nachdem man sich an alles gewöhnt hatte, war es echt super. Unser erstes Housesitting war ein voller Erfolg.

Um auf dem Rückweg Geld zu sparen, sind wir dann am Abend um 21. Uhr nach London Paddington zurückgefahren. Dieser Zug war günstig, führte jedoch zu einer schlaflosen Nacht. 😀 In Paddington haben wir ca. zwei Stunden auf den Bus zum Flughafen gewartet und haben diesen dann um ungefähr drei Uhr nachts erreicht. Da unser Flug aber erst mittags um 13 Uhr ging, mussten wir noch einige Zeit totschlagen… Sehr nervig, aber trotzdem die richtige Entscheidung. Die anderen Züge waren wirklich absurd teuer.

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Mecki am Flughafen – morgens um 7

Eine letzte Geschichte haben wir aber doch noch 😀

Da wir die Beyond Meat Burger megalecker fanden, haben wir geschaut, ob man sie in England vielleicht irgendwo bekommen kann. Bei Tesco wurden wir fündig und dort konnte man sie sogar online bestellen. Perfekt!

Wir haben also einige Lebensmittel, besagte Burger und Craftbeer bestellt und uns ein günstiges Zeitfenster für die Lieferung gesucht. Da spät abends am günstigsten war, haben wir 21-22 Uhr gewählt. Es war also schon dunkel und das Navi des Fahrers leider nicht aktuell, oder er hat die Warnungen ignoriert. Er hat es geschafft, mit dem Lieferwagen auf den Towpath zu kommen und ist dann damit auch, von der falschen Seite, bis ans verschlossene Tor gekommen. Da das Tor auf dem Weg am Ende des langen Grundstückes ist, haben wir das erst nicht mitbekommen. Irgendwann haben wir uns dann gefragt, wo er wohl bleibt, und sind raus. Beim Öffnen der Tür haben wir schon das Piepsen des rückwärtsfahrenden Wagens gehört, uns schwante nichts Gutes. 😀

Wir sind ihm dann entgegen und haben mit unseren Handylampen auf uns aufmerksam gemacht. Er hat dann auch tatsächlich wieder angehalten und so konnten wir unsere Sachen ausladen. Er hat uns dann auch die Kisten geschenkt, die normalerweise im Wagen aufgehangen werden und sich tausendmal entschuldigt, denn wir mussten die ganzen Sachen dann zurücktragen. Der Fahrer hatte es da schwerer, denn er musste mehrere Hundert Meter rückwärts fahren, auf einem sehr schmalen Weg mit Hecken und Graben auf der einen, und dem Kanal auf der anderen Seite. Das nächste Mal wird er wohl darauf hören, wenn das Navi einen Privat- oder Radweg auf der Route ankündigt.