Housesitting in Rumänien – Pablo und Arthur in Bukarest 07.01.20 – 22.01.20

Während unserer Zeit in Bratislava haben wir uns für einen Housesit in Rumänien beworben. Nach einem kurzen Videochat mit den sympathischen Gastgebern haben Sie unsere Anfrage bestätigt. So ging es dann von Bratislava aus, über Wien nach Bukarest. Dort haben wir auf die beiden Pekinesen Arthur und Pablo aufgepasst und von dieser Zeit berichten wir euch in diesem Beitrag.

Nachfolgend zwei Bilder vom Flug über Rumänien. Auf dem Weg von Wien nach Bukarest, lohnt es sich auf jeden Fall, am Fenster zu sitzen.

Ankunft und Kennenlernen

Die erste Fahrt mit Uber 😀

Am Nachmittag des 7. Februars fuhren wir mit dem Bus zurück nach Wien und sind von dort aus nach Bukarest geflogen. Vom Flughafen bis zur Wohnung unserer Gastgeber im Stadtteil Dorobanti sind es ca. 15 km und laut Niclaas, ist es am einfachsten ein Uber zu nehmen. Das hatten wir noch nie gemacht und waren sehr gespannt, ob und wie das wohl funktionieren würde.

Die erste Fahrt sollte zum Reinfall werden und hat Martin viele Nerven gekostet … 😀

Direkt am Ausgang des Flughafens gibt es ein Parkhaus mit 3 Ebenen. Auch wenn man in der App „Erdgeschoss“ auswählt, ist es möglich, dass dann plötzlich trotzdem „Triff deinen Fahrer auf Ebene 2“ dort steht. Super! Wir also nach oben. Aber bis wir da waren, hatte der Fahrer die Fahrt schon abgebrochen (das kostete uns jeweils 10 Ron Strafe). Das ist uns zweimal passiert. Unser dritter Fahrer hatte dann zum Glück etwas mehr Geduld, denn auch bis wir ihn gefunden haben, sind mehrere Minuten verstrichen und es gab 2 Etagenwechsel.

Rückwirkend würden wir beim nächsten Mal einfach ein paar Hundert Meter vom Gelände weggehen und dann eine Fahrt buchen. Spart nerven. Oder vielleicht sogar den Bus nehmen. Nachdem wir dann im Auto waren, lief aber alles problemlos und wir haben ca 48 Ron (Rumänische Lei) bezahlt. Das entspricht recht genau 10 €, 1 Leu entspricht 0,21 Euro. Die Fahrt war also sehr günstig. Im weiteren Verlauf sollten wir noch öfter mit Uber fahren. Man kann für 10 Lei (2,10 €) quasi durch die ganze Stadt fahren, Taxis sind aber ebenfalls sehr günstig. Ein Traum, wenn das auch bei uns möglich wäre.

Arthur und Pablo

Nach etwa 30 Minuten Fahrt war es dann soweit. Wir waren in unserer neuen Wohnung auf Zeit angekommen und haben Niclaas, unseren Gastgeber, aber natürlich auch Pablo und Arthur, die beiden Pekinesen kennengelernt. Wir haben einen schönen Abend verbracht und sind natürlich auch eine Runde mit den beiden gegangen. Dabei hat man dann schon schnell gemerkt, dass die beiden trotz ihrer Größe, starke Persönlichkeiten haben. 😀

Pablo benimmt sich auf jeden Fall wie der Chef im Ring, egal welcher Hund ihm entgegen kommt. Arthur macht dann meistens auch mit. Außerdem hält Pablo immer Ausschau nach Katzen, die sich unter Autos verstecken. Arthur ist meistens recht entspannt und geht gut an der Leine, Pablo zieht leider wie verrückt. Wir haben versucht, mit ihm zu üben, gegen Ende wurde es dann auch ein bisschen besser. Es war schon etwas anstrengend mit den beiden Gassi zu gehen, aber auch witzig. Insgesamt sind die beiden aber sehr liebe Hunde, die auch gerne spielen. Arthur hat einen Plüschpanda, der fast so groß ist, wie er selbst. Es sieht sehr lustig aus, wenn er damit herum läuft. 😀 Pablo hat eine kleine Ente und zwei Quietschspielzeuge. Eins sieht aus wie ein Ei mit Hörnern, dass andere ist pink und eher dreieckig. Das Ei mag er lieber: wenn man es wirft bringt, er es auch zurück. Er erschreckt sich aber, wenn es quietscht, daher behandelt er es wie ein rohes Ei, wenn er es in die Schnauze nimmt. 😀

Leben in Bukarest

Unsere Wohnung befand sich im Stadtteil Dorobanti. Für rumänische Verhältnisse ein gehobenes Viertel und so war es dann, auf den ersten Blick, auch doch überraschend „europäisch“. Hätte auch jede andere Großstadt sein können. Bei näherem Hinsehen, sieht man dann aber natürlich doch diverse Unterschiede.

Aus datenschutzrechlichen Gründen benötigt Google Maps Ihre Einwilligung um geladen zu werden.
Akzeptieren

Moderne und alte Gebäude wechseln sich ab. Dazwischen immer wieder auch verfallene Gebäude, oder Kirchen. Sehr interessant auf jeden Fall. Man hat dort alles, was man braucht und es gibt unzählige Einkaufsmöglichkeiten, Banken, Apotheken, Friseure, etc. … Es gibt einige Parks und man kann in fast jeder Straße eine Botschaft entdecken. So lebten wir sehr dicht an der Botschaft Turkmenistans. 😀

Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und man konnte zu Fuß in etwa 40 Minuten in die Innenstadt gehen, oder auch mit der Bahn fahren, was in Rumänien sehr günstig ist. Außerdem ist natürlich Uber immer eine bequeme Alternative.

Haus des Volkes

In Bukarest wurde von 1983 – 1989 der Parlamentspalast (damals „Haus des Volkes“), nach den Vorstellungen des Diktators Ceaușescu erbaut. Es kamen ca. 20.000 Arbeiter zum Einsatz, um eines der flächenmäßig größten Gebäude der Welt zu errichten. Da das Ganze sehr zentral liegen sollte, musste dafür sehr viel Platz geschaffen werden. Um das Gebäude und die umliegenden Parks verwirklichen zu können, mussten über 40.000 Wohnungen, 12 Kirchen und 3 Synagogen abgerissen. Eine unvorstellbare Fläche. Generell ist das Gebäude absurd groß, der größte Saal ist über 16 Meter hoch und hat eine Fläche von ca. 2200 qm. Innen wurden sehr teure Materialien eingesetzt. Die folgenden Zahlen sind ebenfalls unvorstellbar: 1.000.000 m³ Marmor, 3500 t Kristall für die Kronleuchter, Brokatstoffe, in denen Gold verwebt wurde, insgesamt 200.000 qm und teure Hölzer.

Der größte Kronleuchter wiegt 5 (fünf!) Tonnen. Darin ist Platz für 5 Leute, um ihn sauber zu halten. Einfach verrückt. Die Vorhänge auf dem Foto sind 16 Meter lang und wiegen jeweils 200 kg.

Das Gebäude ist wirklich beeindruckend und wenn man in Bukarest ist, sollte man die Führung dort machen. Auf der anderen Seite ist es leider auch mehr oder weniger komplett nutzlos. Der Unterhalt verschlingt jedes Jahr mehrere Millionen und bereits jetzt muss man mit Renovierungsarbeiten beginnen, obwohl es gerade einmal 30 Jahre alt ist, und eigentlich trotzdem noch nicht komplett fertig. Es hat Unsummen von Geld und Ressourcen gekostet und Zehntausende Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben. Bitter, wohin der Größenwahn einzelner Menschen führen kann. Er hat ihn dann auch nie vollendet gesehen, denn er wurde 1989 nach einer Revolution hingerichtet.

Heute ist er Sitz der Abgeordnetenkammer, steht größtenteils leer. Verschiedene Säle und Hallen werden für Veranstaltungen und Konferenzen verwendet.

Das Athenäum

Das Athenäum in Bukarest wurde 1888 fertiggestellt und dient heute als Konzerthalle für internationale- sowie Konzerte des philharmonischen Orchesters George Enescu. Wir waren am 20. Januar dort und haben uns ein Konzert der Chinesischen Philharmoniker angehört.

Es war ein sehr schönes, interessantes und für europäische Ohren sicher auch ungewohntes Konzert. Neben bekannten Stücken von Béla BARTÓK und Beethoven, gab es auch welche mit einem Soloflötisten, der verschiedene, traditionell chinesische Flöten gespielt hat. Außerdem eine überragende Solopianistin, sowie den Abschluss mit Gheorghe Zamfir an der Panflöte. Die Tickets waren günstig und es war definitiv ein Erlebnis. Außerdem ist die Konzerthalle innen, sowie das Gebäude von außen wirklich sehenswert!

Fazit zum Housesitting in Rumänien

Wir haben unsere Zeit in Bukarest sehr genossen und ihr werdet in weiteren Beiträgen, auch noch mehr davon erfahren. Es wird noch einen Beitrag zu den Straßenhunden geben und einen zu Craftbeer und veganem Essen. Außerdem waren wir noch in Hermannstadt und Brasov. Dort haben wir jeweils noch ein paar schöne Tage verbracht, bevor es wieder zurück nach Bukarest ging, um den Zug nach Sofia zu nehmen.

Wir befinden uns gerade in Kroatien, wo wir unseren vorerst letzten Housesit genießen. Das Wetter ist sehr gut und hier bekommt man von Corona und Hamsterkäufen eigentlich überhaupt nichts mit. Wir leben in Zgališće, einem kleinen Dorf, östlich von Zagreb. Der Plan ist, am 29. März von Zadar aus nach Köln zu fliegen. Wir haben bereits eine Wohnung zur Zwischenmiete in Köln gefunden und Mecki hatte bereits einige Vorstellungsgespräche vereinbart. Aufgrund der geschlossenen Schulen und Kitas in NRW, wird es sich aber vermutlich alles etwas nach hinten verschieben.

Wir werden auf jeden Fall unsere (vorerst) letzten Reisetage so gut wie möglich ausnutzen und haben noch einige Ausflüge hier geplant. Da wir das Auto unserer Gastgeberin nutzen dürfen, können wir uns noch einiges anschauen.

Bleibt ruhig und gesund,

Mecki und Mucki

PS: Lasst uns noch ein paar Nudeln und etwas Klopapier übrig.